Aktiver Naturschutz mit einem 100 Tonnen Kran
Am vergangenen Wochenende waren im Naturschutzgebiet Erlachsee bei Karlsruhe ungewohnte Geräusche und vor allem ungewohntes Gerät zu hören und zu sehen. MS-Kranservice wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe beauftragt vom 21. bis 23. Oktober ganz im Sinne des Naturschutzes bei der Bergung einer vor rund zehn Jahren künstlich angelegten Insel mitzuwirken.
Mit der freischwimmenden Plattform sollte damals eine sichere Brutstätte für seltene Vogelarten angelegt werden. Sechs jeweils sechs Tonnen schwere Stahltanks wurden mit Styropor befüllt, um den Auftrieb der Brutstätte zu sichern. Auf diese Schwimmkästen konnte die Insel schließlich montiert werden.
Inzwischen befürchteten Experten der Stadt Karlsruhe, Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz sowie der städtische Forst allerdings, dass die Stahltanks durch Rostschäden undicht würden. Die austretenden Styroporchips könnten dann von Vögeln und Fischen gefressen werden. In der Folge würden die Tiere jämmerlich verenden.
Daher wurde nun – nach fast einjähriger Vorbereitungszeit – die Insel entfernt. Dafür wurde die Plattform zunächst mit von Tauchern des THW angebrachten floßartigen Hebesäcken näher ans Ufer gebracht und die in elf Meter Tiefe auf dem Grund liegenden Pontons schweißtechnisch getrennt.
Unter Wasser zurück blieben die vollgesogenen Schwergewichte. Jeder befüllte Stahltank für sich wog nach wie vor rund acht bis zehn Tonnen.
Der am Ufer stehende 100 Tonnen-Grove von MS-Kranservice, der die Aufgabe hatte die Schwimmkästen aus dem Wasser zu heben, war mit Bedacht gewählt worden: mit seiner maximalen Tragfähigkeit von 100 Tonnen war er stark und groß genug, die Pontons zu heben, obwohl er 31 m entfernt am Ufer platziert war. Dennoch verlangte seine Dimension nicht, dass unnötig Bäume aus dem Naturschutzgebiet entfernt werden mussten. Sein kompakter, vierachsiger Unterwagen und sein 60 Meter Hauptausleger passten perfekt zu dem Unterfangen.
Mit dem Ziel, minimale Schäden in der Natur zu hinterlassen, gingen die Spezialisten von MS-Kranservice drei Tage und in mehreren Schichten ans Werk. Mit Erfolg. Die tonnenschweren Einzelteile wurden geborgen, entleert und das Material dem Recycling zugeführt.
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